Im Regal stehen sie nebeneinander und heißen beide „Öl“ – doch Lorbeerblattöl und Oreganoöl auf der einen und Schwarzkümmelöl auf der anderen Seite sind grundverschiedene Produkte. Wer den Unterschied nicht kennt, kann sie falsch anwenden. Deshalb zuerst das Wichtigste.
Ätherisches Öl ist nicht gleich fettes Öl
Ätherische Öle wie Lorbeerblatt- und Oreganoöl werden destilliert und sind hochkonzentrierte Aromastoffe. Für einen einzigen Milliliter wird eine erhebliche Menge Pflanzenmaterial verarbeitet. Sie sind nicht dafür gedacht, löffelweise verwendet zu werden – man arbeitet hier mit Tropfen.
Schwarzkümmelöl dagegen ist ein fettes Öl: kalt gepresst aus den Samen von Nigella sativa, wie Oliven- oder Leinöl. Es ist ein Speiseöl mit kräftig würzig-pfeffrigem Geschmack und wird entsprechend in Teelöffelmengen verwendet – pur, über Salat oder in Joghurtsaucen.
Umgang mit ätherischen Ölen
Ätherische Öle gehören nie unverdünnt auf die Haut. Sie werden in einem Trägeröl – etwa Oliven- oder Mandelöl – verdünnt, üblicherweise stark. Oreganoöl ist wegen seines hohen Carvacrolgehalts besonders scharf und kann unverdünnt Hautreizungen und Verbrennungsgefühl auslösen.
Weitere Grundregeln: Kontakt mit Augen und Schleimhäuten vermeiden. Vor der ersten Anwendung an einer kleinen Hautstelle testen. Außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren. In der Schwangerschaft, bei Kleinkindern und bei bestehenden Erkrankungen vorher ärztlich abklären lassen. Und: dunkel, kühl und fest verschlossen lagern, da Licht und Sauerstoff die Zusammensetzung verändern.
Lorbeerblattöl hat übrigens eine lange Tradition in der Seifenherstellung – es ist der charakteristische Bestandteil der klassischen Aleppo-Seife.
Umgang mit Schwarzkümmelöl
Als kalt gepresstes Speiseöl ist Schwarzkümmelöl hitzeempfindlich: Es gehört nicht in die Pfanne, sondern über das fertige Gericht. Sein Geschmack ist markant und nicht jedermanns Sache – wer ihn zum ersten Mal probiert, nimmt besser wenig.
Wie alle kalt gepressten Öle oxidiert es mit der Zeit und wird ranzig. Nach dem Öffnen kühl und dunkel lagern und innerhalb weniger Monate aufbrauchen; ein bitter-kratziger Beigeschmack ist das Signal zum Entsorgen.
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