Getrocknete Beeren sind farbenfroh, praktisch und schnell zur Hand. Heidelbeere, Erdbeere und Physalis unterscheiden sich dabei aber nicht nur im Geschmack, sondern auch in der Art, wie sie verarbeitet werden – und das hat Folgen für Textur, Zuckergehalt und Preis.
Drei Beeren, drei Profile
Getrocknete Heidelbeeren behalten ihre tiefblaue bis violette Farbe, die von Anthocyanen stammt – den natürlichen Farbstoffen der Frucht. Sie schmecken konzentriert und leicht herb.
Getrocknete Erdbeeren gibt es in zwei sehr verschiedenen Ausführungen. Konventionell getrocknet sind sie zäh und dunkelrot. Gefriergetrocknet dagegen bleiben Farbe und Aroma weitgehend erhalten, und die Textur wird luftig-knusprig statt zäh. Wer schon einmal beide probiert hat, kennt den Unterschied sofort.
Getrocknete Physalis – auch Andenbeere oder Kapstachelbeere genannt – bringt ein süß-säuerliches Aroma mit, das an Ananas und Mango erinnert. Sie ist die eigenwilligste der drei und funktioniert gut dort, wo eine Säurenote fehlt.
Worauf Sie achten sollten
Der wichtigste Punkt ist der Zuckerzusatz. Beeren sind von Natur aus säuerlich, und beim Trocknen tritt diese Säure noch deutlicher hervor. Viele Hersteller gleichen das mit Zucker, Apfelsaftkonzentrat oder Glukosesirup aus. Auf der Zutatenliste steht dann mehr als nur die Frucht. Ungezuckerte Ware schmeckt herber, dafür intensiver nach Beere.
Auch ohne Zusatz konzentriert sich beim Trocknen der natürliche Fruchtzucker – aus 100 g frischer Frucht werden je nach Sorte nur 10 bis 20 g Trockenware. Die Nährwerte pro 100 g sind entsprechend zu lesen. Eine kleine Handvoll ist eine realistische Portion.
Bei hellen oder auffallend leuchtenden Trockenfrüchten lohnt der Blick auf Sulfite (E 220 bis E 228). Sie sind zugelassen und ab 10 mg/kg kennzeichnungspflichtig, können bei empfindlichen Personen und Asthmatikern aber Reaktionen auslösen.
In der Küche
Über Porridge und Joghurt, in Müsli und Granola, in Muffins und Scones oder in Energiekugeln zusammen mit Nüssen und Datteln. Gefriergetrocknete Erdbeeren lassen sich außerdem zu Pulver zermahlen und färben Glasuren und Cremes ganz ohne Zusatzstoffe.
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