Rund um Malatya in Ostanatolien liegt das größte Anbaugebiet für Trockenaprikosen der Welt. Ein erheblicher Teil dessen, was in Europa im Regal liegt, stammt von dort. Wer vor der Packung steht, bemerkt schnell einen auffälligen Unterschied: Manche Aprikosen leuchten kräftig orange, andere sind dunkelbraun. Dahinter steckt kein Qualitätsunterschied, sondern eine Verarbeitungsentscheidung.
Orange oder braun – der entscheidende Unterschied
Aprikosen oxidieren beim Trocknen und werden dabei naturgemäß dunkel. Eine ungeschwefelte, sonnengetrocknete Aprikose ist deshalb braun – das ist ihr natürlicher Zustand, kein Mangel.
Die leuchtend orange Farbe entsteht durch Schwefelung. Schwefeldioxid und Sulfite (E 220 bis E 228) verhindern die Bräunung und verlängern die Haltbarkeit. Sie sind in der EU zugelassen und ab 10 mg/kg kennzeichnungspflichtig – Sie finden den Hinweis also auf der Verpackung.
Für die meisten Menschen sind geschwefelte Aprikosen unproblematisch. Empfindliche Personen und insbesondere Asthmatikerinnen und Asthmatiker können jedoch auf Sulfite reagieren – von Kopfschmerzen bis zu Atembeschwerden. Wer das bei sich kennt, greift zur ungeschwefelten, dunklen Variante.
Was steckt in getrockneten Aprikosen?
Getrocknete Aprikosen liefern rund 240 Kalorien pro 100 g bei etwa 63 g Kohlenhydraten und 7 g Ballaststoffen. Herausragend ist der Kaliumgehalt: Mit über 1.000 mg pro 100 g zählen sie zu den kaliumreichsten Lebensmitteln überhaupt. Kalium trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks bei. Ebenfalls enthalten sind Eisen, das zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung beiträgt, sowie Beta-Carotin, das der Frucht ihre Farbe gibt.
Worauf Sie sonst achten sollten
Durch das Trocknen konzentriert sich der Fruchtzucker. Eine Handvoll ist schnell gegessen, entspricht aber der Zuckermenge mehrerer frischer Aprikosen. Fünf bis sechs Stück sind eine realistische Portion.
In größeren Mengen können Trockenaprikosen abführend wirken – das liegt am hohen Ballaststoffgehalt in Kombination mit Sorbit. Wer nicht daran gewöhnt ist, tastet sich besser langsam heran.
In der Küche
Pur als Snack, klein geschnitten im Müsli oder Porridge, in Gebäck, oder herzhaft eingesetzt: In der orientalischen Küche sind Trockenaprikosen fester Bestandteil von Schmorgerichten mit Lamm und Reis, wo ihre Süße die Würze ausbalanciert.
Direkt entdecken: Getrocknete Aprikosen · Sonnengereifte Aprikosen

